VDJ verleiht Heinrich Heine-Journalismuspreis

VDJ verleiht Heinrich Heine-Journalismuspreis 2025 an Dana Haustein und Elena Rathai

Der Verein Düsseldorfer Journalisten (VDJ) hat im Februar zwei junge Wissenschaftler:innen mit dem Heinrich-Heine-Journalismuspreis ausgezeichnet.

Der Preis, den der Düsseldorfer Ortsverein des DJV in Zusammenarbeit mit der Universität Düsseldorf jedes zweite Jahr für herausragende Studien-Abschlussarbeiten vergibt, ging dieses Mal an Dana Haustein für ihre Bachelorarbeit zur Abschwächung des „Hostile Media Effekts“ und an Elena Rathai für ihre Masterarbeit über die die Potentiale des „konstruktiven Journalismus“.

Der große Hörsaal der Philosophischen Fakultät war bis auf die obersten Ränge mit Studierenden gefüllt, die am Abend des 2. Februars 2026 von Dekanin Prof. Dr. Ulli Seegers ihre Abschlusszeugnisse erhielten. In diesem feierlichen Rahmen wurde auch der Heinrich Heine-Journalismuspreis verliehen.

Der Preis ist mit insgesamt 2.000 Euro dotiert und geht jedes zweite Jahr an Abschlussarbeiten, die mit sehr gut benotet sind und zudem relevante Forschungsergebnisse für die journalistische Praxis bieten. VDJ-Vorstand Stanley Vitte überreichte die diesjährigen Preise gemeinsam mit Prof. Dr. Ziegele vom Institut für Sozialwissenschaften.

Die Verleihung des Heinrich Heine-Journalismuspreises im Rahmen der Examensfeier der Philosophischen Fakultät war auch 2024 schon ein Hit (Symbolfoto: Vitte).

Dana Haustein: Feindlicher Medienwahrnehmung vorbeugen: Eine experimentelle Studie zum Einfluss von News Literacy Interventionen auf den Hostile Media Effekt

Dana Haustein hat in ihrer Bachelor-Arbeit untersucht, inwiefern „News Literacy“ – also die Fähigkeit, Nachrichten kritisch zu bewerten – den sogenannten „Hostile-Media-Effekt“ abschwächt – also das Phänomen, dass manche Menschen auch professionellen Journalismus als voreingenommen und feindlich gegenüber der eigenen Meinung wahrnehmen. „Frau Haustein behandelt mit ihrer Abschlussarbeit eine Frage, die für den Journalismus und unsere Demokratie – nicht zuletzt vor dem Hintergrund der “Lügenpresse-Debatte” – von großer Relevanz ist“, so Professor Marc Ziegele in seiner Laudatio.

Mit ihrer aufwändigen experimentellen Studie und der Berücksichtigung von Medienkompetenz stoße sie in eine echte Forschungslücke. Ihre Ergebnisse basieren auf einer Befragung von mehr als 1.200 Personen. Manche ihrer Befunde machen sogar Mut, bestätigen sie doch ein grundsätzliches Bauchgefühl aus der Praxis: je medienkompetenter das Publikum sei, desto weniger Feinde habe der Journalismus. Dass man diese Medienkompetenz sogar gezielt fördern könne, indem man Nachrichtenartikeln kleine “Erklärbausteine” hinzufügt, sei nun auch wissenschaftlich untermauert.

Elena Rathai: Retter der Medien und Demokratie oder ein Nischenangebot? Eine Untersuchung der Nutzung konstruktiver Medienangebote in Deutschland

Traditionelle Berichterstattung richtet sich oft auf Konflikte, Krisen und Probleme. „Only bad news is good news“, sagte mal ein kluger Zyniker. Doof ist nur, dass mittlerweile immer mehr Menschen sich immer häufiger davon abwenden. Sie sind „nachrichtenmüde“ oder praktizieren „Nachrichtenvermeidung“. Elena Rathai hat sich deshalb im Rahmen ihrer Master-Arbeit damit befasst, ob und inwiefern der so genannte „konstruktive Journalismus“ dieses Problem beheben kann – und bei welchen Zielgruppen er besser und schlechter ankommt.

Frau Rathai liefert mit ihrer umfangreichen Befragung von mehr als 1.800 Teilnehmenden laut Einschätzung der Jury einen substanziellen Beitrag zur kommunikationswissenschaftlichen Forschung, hat aber auch Implikationen für die Praxis: Konstruktiver Journalismus sei zwar gemäß Rathais Studie kein „Selbstläufer“, besitze aber durchaus das Potential, das Vertrauen in den Journalismus sowie dessen gesellschaftliche Integrationskraft zu stärken.

Von links nach rechts: Stanley Vitte, Elena Rathai, Dana Haustein, Prof. Marc Ziegele (Foto: HHU Düsseldorf).

Heinrich Heine-Journalismuspreis: Jury und Beirat

  • Dr. Sabine Brenner-Wilczek, Direktorin des Heinrich-Heine-Instituts Düsseldorf
  • Andreas Fasel, NRW-Redakteur der Welt am Sonntag
  • Katharina Frehmann, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der HHU
  • Vivien Leue, NRW-Korrespondentin des Deutschlandfunks
  • Lars Ophüls, stellv. Ressortleiter „Unternehmen“ beim Handelsblatt
  • Christof Rose, Leiter der Kommunikation der Architektenkammer NRW
  • Prof. Dr. Marc Ziegele, Professor für politische Online-Kommunikation an der HHU

Hintergrund: Der Düsseldorfer Journalismuspreis

Der Verein Düsseldorfer Journalisten (VDJ) kümmert sich bereits seit Jahren um den Nachwuchs: Seit 2011 küren wir in Kooperation mit dem sozialwissenschaftlichen Institut der Heinrich Heine-Universität Düsseldorf wechseljährlich ausgezeichnete journalistische Arbeiten mit Bezug zur NRW-Landeshauptstadt und hochwertige Abschlussarbeiten mit journalistischem Bezug. Und seit 2023 veranstalten wir in Kooperation mit der Uni außerdem den „Praxistag Journalismus“, der Studierenden das Berufsfeld näher bringt.

Chronik: Heine-Preise seit 2011

zu allen Preisträger:innen

zu allen Preisverleihungen

(Text: Stanley Vitte / Fotos: Marc Ziegele & Stanley Vitte / Redaktion: Marie Kirschstein)