Verein Düsseldorfer
Journalisten

c/o Julie Edelmann-Veith
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50935 Köln
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journalisten.de
Von: Julie Edelmann-Veith/Fotos: Christian Kiel

Heinrich-Heine-Journalismuspreis 2018 verliehen

Preise für Journalisten von Handelsblatt, Rheinische Post, Brand Eins

v.l.n.r.: Preisträger Holger Fröhlich (Brand Eins), Laudatorin Julie Edelmann-Veith (Stv. VDJ-Vorsitzende), Detlef Schlockermann (VDJ-Vorsitzender), Preisträger Stephan Scheuer (Handelsblatt), Laudator Marc Ziegele (Universität Düsseldorf), Laudator Andreas Fasel (Welt), Preisträger Sebastian Dalkowski.  Foto: Christian Kiel.

v.l.n.r.: Preisträger Holger Fröhlich, Laudatorin Julie Edelmann-Veith (VDJ), Detlef Schlockermann (VDJ), Preisträger Stephan Scheuer, Laudator Marc Ziegele, Laudator Andreas Fasel, Preisträger Sebastian Dalkowski. Foto: Christian Kiel.

Preisträger Sebastian Dalkowski (l.) im Gespräch mit Moderator Andreas Vollmert (r.). Foto: Christian Kiel.

Preisträger Sebastian Dalkowski (l.) im Gespräch mit Moderator Andreas Vollmert (r.). Foto: Christian Kiel.

Preisträger Holger Fröhlich (l.) mit Moderator Andreas Vollmert (r.). Foto: Christian Kiel.

Preisträger Holger Fröhlich (l.) mit Moderator Andreas Vollmert (r.). Foto: Christian Kiel.

Ausgezeichnete Journalisten, preiswürdige Reportagen und rund 30 bestens aufgelegte Gäste trafen sich am 28.3.2019 in der ehrwürdigen Bibliothek des Heine-Instituts in Düsseldorf zur Verleihung des Heinrich-Heine-Preises 2018.

Zum vierten Mal wurde der Preis, den der Verein Düsseldorfer Journalisten (gemeinsam mit dem Institut für Sozialwissenschaften an der Uni Düsseldorf) auslobt, nunmehr vergeben. Der Preis zeichnet junge Journalisten bis 35 Jahre und ihre Arbeiten aus, die sich durch Brillanz in Sprache, Stil und Form auszeichnen, und einen Bezug zu Düsseldorf haben. Er ist mit 2.000 Euro dotiert.

Zum Wettbewerb eingereicht waren 21 überwiegend hochklassige Arbeiten – teils aufwendige Multimedia-Produktionen - von 18 Journalistinnen und Journalisten bzw. Teams.


Die Wahl der Jury (Vorsitz NRW-Redaktionsleiter WamS Andreas Fasel, Dr. Sabine Brenner-Wilczek, Direktorin Heine-Institut, Jun.-Prof. Marc Ziegele, Uni Düsseldorf sowie die VDJ-Vorstände Detlef Schlockermann und Julie Edelmann-Veith) fiel auf drei Reportagen, die qualitativ so dicht beieinander liegen, dass auf einen dritten Platz verzichtet wurde.

Die Preisträger 2018

1. Preis: Stephan Scheuer, 33, Redakteur Handelsblatt, für seine Reportage aus Nordkorea „Der ganz normale Wahnsinn“

2. Preis: Sebastian Dalkowski, 35, Redakteur Rheinische Post, für „Zwölf Meter über dem Meer“, eine Reportage über ein Dorf an der niederländischen Grenze

2. Preis: Holger Fröhlich, 35, Redakteur Brand Eins, für „Der Herr des Vergessenen“, ein Porträt über einen Mitarbeiter des Fundbüros der DB

Begründung von Jury und Laudatoren:

Stephan Scheuer liefert spannende und verstörende Einblicke in Nordkoreas Wirtschaft und Ideologie. Er schildert die Schwierigkeiten, als Journalist Zugang zu diesem Land zu bekommen, und die konstante Beobachtung und Lenkung während seines Aufenthaltes. Laudator Andreas Fasel hob die diesbezügliche Geduld Scheuers hervor, der beharrlich vor Ort immer wieder nachfragt. Dadurch gelingt ihm ein kritisch-distanzierter Blick auf die Realität hinter dem vorgeführten Anschein. Der Text ist sachlich, gleichwohl persönlich und sprachlich brillant geschrieben. Während seines Besuchs hat Scheuer mehr als 30 kurze Videos gedreht, die seine Schilderungen eindrucksvoll unterstreichen.

Sebastian Dalkowski
beschreibt in seiner Reportage „Zwölf Meter über dem Meer“ den Alltag im 1143-Einwohner-Dorf Hassum an der niederländischen Grenze, das langsam auszubluten scheint. Aber einige Bewohner versuchen engagiert, die Gemeinschaft aufrecht zu erhalten. Laudatorin Julie Edelmann-Veith würdigte den sprachlichen Kunstgriff Dalkowskis, durch die direkte Adressierung den Leser zum Beteiligten zu machen und in die Geschichte hineinzuziehen. Dalkowskis ganz eigener Schreibstil hat ihn den Heine-Journalismuspreis nach 2012 schon zum zweiten Mal gewinnen lassen.

Holger Fröhlich portraitiert in seiner Reportage „Der Herr des Vergessenen“ einen langjährigen Mitarbeiter des Zentralen Fundbüros der Deutschen Bahn. Er beschreibt anschaulich und mit vielen, teils wenig bekannten Informationen versehen die komplexen Hintergründe der Fundsachenlogistik. Laudator Marc Ziegele hob hervor, dass die Dramaturgie in Fröhlichs lebendigem Text ebenso präzise sei wie die Platzierung seiner skurrilen und unterhaltsamen Pointen. Ihm gelingt damit die Erklärung der großen Welt im Kleinen, womit er den Leser bis zum Schluss zu fesseln versteht.

Nach dem offiziellen Teil, den Andreas Vollmert gewohnt charmant und kompetent moderierte, wurde noch bei Wein und Brezeln ausgiebig gefachsimpelt.